Ehrenamtliches Team

Ehrenamtliches Team

Bei der Stiftung Hospizdienst Oldenburg sind über 150 Ehrenamtliche zwischen 16 und 82 Jahren engagiert. Ohne die Initiative und das Engagement jener Menschen wäre Ambulante Hospizarbeit nicht möglich. Ihr Aufgabenbereich ist vielfältig, den Schwerpunkt bildet die Begleitung Sterbender und ihrer An- und Zugehörigen. Um für diese Aufgabe gerüstet zu sein, nehmen alle Mitarbeitenden an einem fundierten Vorbereitungsseminar teil. Neben den Begleitungen engagieren sich unsere Ehrenamtlichen außerdem aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit und unterstützen als Empfangsteam das Tagesgeschäft des Dienstes im Hauptsitz an der Haareneschstraße in Oldenburg.

Ehrenamtlichkeit heißt bei uns, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Mit verschiedensten Konzepten und Angeboten fördert die Stiftung den kontinuierlichen Austausch der Mitarbeitenden untereinander. So werden sie in ihren Aufgaben durch die Koordinatorinnen unterstützt, können sich beraten lassen und an Praxisbegleitungen, Fortbildungen und Supervisionen teilnehmen.

Die Räumlichkeiten in der Haareneschstraße stehen dafür allen Ehren- und Hauptamtlichen zur Verfügung und sind mit dem Anliegen gestaltet, dass sich Menschen, die das Haus betreten von Beginn an wohlfühlen. Sie dienen als „Schutzhütte“ und als Ort an dem Menschen Kraft erleben und mitnehmen können, in ihren jeweiligen Alltag, mit all seinen verschiedenen Herausforderungen.

Ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Jugend-Onlineberatung da-sein.de

Vor ein paar Jahren habe ich zum ersten Mal das Bedürfnis verspürt, einer Tätigkeit nachzugehen, mit der ich andere Menschen unterstützen kann. Dabei wusste ich noch nichts von da-sein.de. Ich habe ein paar Dinge ausprobiert oder zumindest ein paar Vorbereitungskurse absolviert und Beratungsgespräche besucht und dennoch war nie etwas dabei, bei dem ich mich von ganzem Herzen gerne engagieren wollte.

Dann erfuhr ich über ein paar Umwege von da-sein.de und mein Gefühl veränderte sich. Schon allein davon zu hören, fühlte sich stimmig für mich an. Alles, was ich davon erfuhr, passte irgendwie: Mit anderen jungen Menschen in einem harmonischen Umfeld zusammenarbeiten und sich austauschen, für andere junge Menschen digital da sein, ihnen zuhören und schreiben und sie damit in herausfordernden, schweren Zeiten ihres Lebens begleiten und unterstützen. Ich entschied mich erst für den Vorbereitungskurs und dann für den Einstieg bei da-sein.de, was sich für mich auch heute immer noch stimmig anfühlt.

Als ich von meiner Idee, dieses Ehrenamt auszuüben erzählte und auch später, als ich von meinen Erfahrungen berichtete, bekam ich immer die gleiche Reaktion zu hören: Auf der einen Seite Wertschätzung und dennoch die Aussage: "Respekt, aber ich könnte das nie."

Themen wie Tod und Trauer sind natürlich schwere Themen, mit denen oft zutiefst schmerzvolle und negative Emotionen verbunden sind und somit auch Ängste. Und auch bei da-sein.de sind diese Themen sehr berührend. Allerdings kann es auch ein großes Geschenk sein, darüber in den Austausch zu kommen. Es kann einem als Berater*in die Möglichkeit schenken, eine gewisse Normalität in Bezug auf den Tod zu entwickeln und einen offenen Umgang damit zu lernen. Und nicht nur das ist ein Geschenk. Der Austausch mit den Klient*innen an sich, das Gefühl begleiten und zuhören zu dürfen und der Zusammenhalt und das Vertrauen im Team sind ebenfalls entscheidende Bestandteile bei da-sein.de.

Ehrenamtliche Familienbegleiterin im Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst

In meiner Diplomarbeit vor mittlerweile 30 Jahren befasste ich mich mit dem Thema „Trauer als Prophylaxe gegen depressive Entwicklungen“. Danach führte mich meine berufliche Entwicklung in andere Bereiche.
Erst nach einem für mich sehr bedeutungsvollen Vorbereitungskurs des ambulanten Hospizdienstes wurde mir bewusst, dass der Themenraum Trauer auch ganz andere Seiten beinhaltet. Nämlich im Vorfeld den Blick auf das Leben zu schärfen; die Freude darin zu sehen und zu erleben. Genau das gelingt mir in meinem Zusammensein mit den betroffenen Kindern und Eltern.

Die Tatsache, dass jeder Besuch in den Familien mit besonderen Aufgaben - freudig wie traurig - verbunden ist, zeigt mir die Vielfalt des Lebens und bringt mich voran. Zu sehen wie Menschen mit schicksalhaften Herausforderungen gleichwohl positiv im Leben stehen, macht mir Mut auch in eigenen Krisen nicht zu resignieren.

Ehrenamtliche Mitarbeit im AKJHD unterstützt mich darin, mein eigenes Handeln zu reflektieren, Verschiedenartigkeit von Lebensformen kennen und wertschätzen zu lernen und mit offenen Augen und Herz den Problemstellungen des Lebens zu begegnen.

Ehrenamtliche Trauerbegleiterin

In meiner langjährigen Tätigkeit  in der Sterbebegleitung begegnete mir stets die Trauer; so facettenreich und individuell mit all ihren Unsicherheiten, Berührungsängsten, Kontrollverlusten, dem großen Schmerz. Oft fehlt ein hilfreiches Gegenüber, diesen Weg ein Stück mitzugehen. Dieses Erkennen bewegte mich dazu, mich zur Trauerbegleiterin ausbilden zu lassen.

 

Ehrenamtlicher Mitarbeiter im Ambulanten Hospizdienst

In meiner täglichen Arbeit habe ich sehr viel mit Zahlen, Gesetzen und Verordnungen zu tun, wobei die Zahlen immer größer und die Gesetze immer komplexer werden, um mit unserer komplizierten Lebenswelt Schritt zu halten. Dass ich - glaube ich - ganz gut mit Menschen umgehen kann, kommt dabei oft zu kurz. Vor fast 10 Jahren war ich an einem Punkt, wo mich genau das störte und ich begann, nach einem Ehrenamt zu suchen, das diese Lücke füllt. Nach mehreren Gesprächen habe ich mich letztlich für den ambulanten Hospizdienst entschieden und den Vorbereitungskurs absolviert.

Seitdem ist viel Zeit vergangen und bereut habe ich es nicht. Während einer Begleitung kann ich mir jederzeit Rat und Hilfe organisieren. Ich habe unglaubliche Menschen mit den interessantesten Lebensläufen begleiten dürfen und – man glaubt es kaum – mit allen gelacht. Nach Jahren mal wieder jemandem etwas vorzulesen macht mir viel Freude und mittlerweile weiß ich sicher: Vorsingen ist nicht meine Stärke.

Obwohl ich anfangs skeptisch war, ob dieses Ehrenamt für mich als Berufstätigem das richtige ist, bin ich mir mittlerweile sicher – das war eine gute Entscheidung.

Ehrenamtlicher Familienbegleiter im Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst

Bereits während meiner Tätigkeit bei der Evangelischen Militärseelsorge in Oldenburg bin ich mit dem Stationären und Ambulanten Hospiz in Berührung gekommen. Schnell wurde mir klar, dass ich dort gerne ehrenamtlich tätig sein wollte.

2008 machte ich meinen Vorbereitungskurs beim Ambulanten Hospizdienst und 2010 einen zum Familienbegleiter im Ambulanten Kinderhospiz, und bis heute kann ich sagen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Durch die Ausbildung, diverse Weiterbildungen, Supervisionen und Gespräche mit der Leitung und den Koordinatorinnen wurde und werde ich sehr gut auf meine Aufgabe vorbereitet und dabei unterstützt.

Mein Wunsch ist, für die Kinder und deren Familien ein guter Wegbegleiter zu sein.

Ehrenamtliche Trauerbegleiterin

Im Laufe meiner mehrjährigen Tätigkeit in der Sterbebegleitung für die Stiftung beschäftigten mich zunehmend Gedanken und Fragen zum Thema „Trauer“, die ich gerne vertiefen wollte.

Nach einer Weiterbildung zur Trauerbegleiterin ist es mir eine Herzensangelegenheit, einen Teil meiner Zeit Menschen in Trauer zu widmen.

Ich stelle immer wieder fest, dass es Trauernden im Alltag oft an Raum und öffentlicher Akzeptanz fehlt.

Hier ein Angebot bereit zu halten, Begleiterin in einer schweren Zeit sein zu dürfen, Trauer nicht weg zu reden, sondern ihr einen Platz zu geben und mit den Betroffenen gemeinsam herauszufinden, was stützt und stärkt, empfinde ich gleichermaßen herausfordernd und bereichernd.

Dies in einem Haus tun zu können, dessen Stil und Einrichtung geprägt ist von wohltuender Klarheit, Ruhe und Schutz, ist für mich besonders wertvoll.

Das wertschätzende Miteinander, den kollegialen Austausch sowie hilfreiche Supervisionen und Fortbildungen, die mich immer wieder Neues lernen lassen, nehme ich dabei als großzügige Anerkennung meines Ehrenamtes wahr.

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